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30 March 2007 @ 12:39 pm

Ich hasse kleine Kinder, die mit ihrem speicheltriefenden Finger auf mich zeigen, die Mutter am Arm zupfen und lautstark fragen:
"Mama, ist das da Frau Rossmann?"
Und das darauffolgende Gelächter und die amüsierten Zwischenrufe wie: "Ha, ha... Kindermund tut Wahrheit kund. Geben Sie's zu, Sie wären gerne Frau Rossmann, nicht wahr?"
Nein, wäre ich nicht!
Es sei denn, ich kriege seine Millionen.

Aber wie auch immer.
Noch immer sind die Kunden dumm und ihre Fragen werden auch nicht besser, je häufiger sie sie stellen.
Letzens fragte mich ein älterer Herr, ob wir denn auch das Kühlschrankdeo von Aromaair hätten.
Es sprach es aus wie: ARO- MAYER (vermutlich dachte er, es wäre eine gute, alte bayrische Traditionsfirma).
Ich dachte nur, WTF?
Bis bei mir der Groschen fiel und ich erkannte, dass er AROMA- AIR meinte.

Und der Klassiker:
"Bedeutet das 40+ auf der Odol Zahncreme, dass sie für Leute ab 40 gedacht ist?"
Nein! Es bedeutet, dass Ihnen 40 neue Zähne wachsen!

Oder:
"Kann ich meine schwarzen Haare mit der Haarfarbe für 1,99€ blond färben?"
Klar! Wenn "blond" für Sie orange-grün- gelblich bedeutet, dann immer schön auf die Haare klatschen!

Unfaslich!
Wieso nur sind Menschen so dumm?



 
 
04 October 2006 @ 11:20 pm
Hier noch etwas, was ich vergessen hab, aber der Post sonst zu lang wird.

1. Liebe Kunden, überlegen sie sich vorher so genau wie möglich, was sie wollen. Auch wenn sie es glauben, wir können nicht hellsehen.

2. Liebe Ehefrauen, bitte schickt nicht eure Ehemänner mit halbherzig gekritzelten Einkaufszetteln los. Der Mann weiß es nicht, wir wissen es nicht. Kommt doch einfach selber. Nur weil ihr genau wisst, was für einen Dinkelsamen ihr für den Kuchen braucht, heißt es noch lange nicht, dass es andere Menschen auch tun.

3. Liebe ältere Kunden, ihr braucht euch nicht aufzuführen, als gehöre euch der Laden. Tut er nicht. Wird er nie. Ein bißchen Freundlichkeit hat noch keinen umgebracht.

4. Liebe Kunden, wenn sie glauben, wir als Aushilfs/Auspackkräfte können ihre Fragen nicht beantworten, dann stellt sie doch erst gar nicht. Ihr braucht auch euren Kindern nicht in Hörweite zu erklären: "Ach, die packt nur aus, die weiß das eh nicht.

5. Liebe Kunden, verlangen sie nicht, dass wir im Lager nach etwas suchen. Meist stehen da zwischen 30-80 Rollis. Wie lange wollen sie warten? Mal ehrlich.



Vielen Dank.
 
 
Hallo, mein Name ist Sway, und ich arbeite als Aushilfe bei Edeka.

An manchen Tagen ist es ganz lustig, weil ich nette Kollegen hab.
An manchen Tagen sucht man nach der versteckten Kamera.
Das arbeiten könnte so schön sein, wenn nur die Kunden nicht wären.

Hier einige kleinere Anekdoten aus der jüngeren Vergangenheit.

Gelierzucker
Man kennt das. Der Herst bricht an und die Leute schleppen ihr Obst von den Plantagen. Ich weiß nicht, wie man Marmelade macht. Ich weiß nur, wie man mit Johannisbeeren Schnaps aufsetzt. Wie auch immer... die Leute kommen also zu uns in der Hoffnung auf Gelierzucker.
Leider verpennt es aber der Chef immer und es ist nie ausreichend welcher da.
So kommen also mittwochs (wir kriegen Ware mittwochs und freitags) Herscharen von Kunden und fragen nach Gelierzucker.

Kunde: Haben sie denn nicht noch den 1:2 Gelierzucker.
Ich: Nein, tut mir leid. Im Moment nicht. Aber wir haben noch 60 Rollis hinten stehen, da wird er sicher dabei sein.
Kunde: Ja... hm... können sie da mal gucken.
Ich: Ich kann es versuchen. (gedacht: sicher... und danach erfinde ich ein Heilmittel für Krebs) Nee, tut mir leid. Da kommt ich im Moment auch nicht dran. Soll ich ihnen welchen zurückstellen?
Kunde: Das ist dumm. Ich brauche ihn ja jetzt.
Ich: Ja wieviel brauchen sie denn?
Kunde: 12 Päckchen.

Was lehrt uns das? Der Edeka-Kunde schnippelt sich erst die ganze Bude voller Obst bis ihm einfällt, er bräuchte noch mal eben fix 12 Kilo Gelierzucker.

Artikel im Angebot
Jeden Samstag gibt es einen neuen Prospekt mit den Angeboten der nächsten Woche.
Wenn also der Edeka-Kunde in den Laden kommt, bin ich meist die erste, die angesprochen wird (mein Gang ist der erste, der mit der Marmelade und sowas alles).

Kunde: Ja, wo finde ich denn das Öl/diverse andere Artikel aus der Werbung?

Soweit ja auch nicht schlimm. Das Problem ist nur, dass ich überhaupt nicht weiß, was in der Werbung ist. Die Werbung ist nämlich nicht unser Problem. Sollen wir nicht auspacken, sagt der Chef.

Nun ist auch folgendes zu beachten:
1. der Kunde weiß es meist selber nicht. Er sieht nur einen unbestimmten Artikel im Prospekt, ohne Ahnung von Marke oder sonstiger, nützlicher Information.
2. der Kunde verlangt einen Artikel, der schon Wochen zuvor in der Werbung war, und ist auch noch beleidigt, wenn er ihn nicht zum Angebotspreis kriegt.
3. der Kunde hält einem etwas unter die Nase, fragt ob es Werbung sei und lässt sich unter Androhung von körperlicher Gewalt nicht davon abbrigen, dass es nicht in der Werbung ist. Hat man ihn dann doch überzeugt, fragt er danach unter Garantie eine andere Kollegin das selbe.

Alte Menschen
Ich hab nichts gegen alte Menschen. Ich habe nur was gegen alte Menschen, wenn sie in den Laden kommen.

1. sie schieben unbeirrt ihren Wagen/AOK-Shopper durch die Gänge ohne Rücksicht auf Verluste. Egal, ob man gerade am Boden kniet, auf ner Kiste/Leiter steht, es wird alles niedergemäht, was im Weg ist. Auch ein beschwichtigendes "Ich bin gleich weg, Moment bitte." ist zwecklos.
2. sie fragen nach Artikeln, die wir schon seit 20 Jahren nicht mehr führen, behaupten aber, sie hätten das immer hier gekauft.
3. sie schleppen Verpackungen von Artikeln an, die schon seit 20 Jahren anders aussieht.

Hier das ein Highlight. Es ist nicht mir passiert, sondern einem ehemaligen Kollegen.
Oma: Sagen sie, wo haben sie denn das 3-lagige Klopapier.
mein Kollege: Das ist gleich hier drüben.
Oma: Ja, danke. Wissen sie, 3 Lagen muss das schon haben, wenn so'ne Oma mal Durchfall hat.


Kinder
Okay... ich mag keine Kinder. Das gebe ich ganz offen zu. Vielleicht bin ich da überempfindlich, aber man mag es mir nachsehen. Noch schlimmer als die Kinder sind allerdings deren Eltern.

Ich packe also im Gang mit der Kindernahrung mit einem Kollegen aus, als irgendwo im Laden ein Kind anfängt wie am Spieß zu brüllen. Es ist spät, wir sind beide genervt. Es entfährt mir aus Reflex ein genervtes Stöhnen.
Da kommt aus dem Nix eine Frau in den Gang und raunt mich von der Seite an: "Sag ein Wort und ich beschwere mich beim Chef."

Das ist kein Witz. So hat es sich wirklich angespielt.
Gute Frau, was wollen sie von mir? Es war in keiner Weise zu erkennen, dass das Kind zu ihr gehört. Außerdem, wenn sie bei dem Geräusch-Overkill (Radio, Einkaufsfernseher, ein elektrisches Motorad mit Musik) arbeiten müssten und ihr Kind brüllt aus vollem Hals, was würden sie tun?

Dann... Kinder lieben es in unserem Laden fangen zu spielen. Wogegen die völlig überforderten Eltern von Annalena-Sophie und Malte-Benedikt natürlich nichts unternehmen. Warum auch? Erst, wenn eins der Blagen fällt und heult wie ein Wasserfall, meint der Diplom-Pädagoge mal maßregeln zu müssen.

Sorry, aber ein Supermarkt ist kein Spielplatz. Eltern, nehmt eure Kinder an die Leine.

Marken und wofür sie stehen
Eine Lieblings-Geschichte von marisol31180.
Kommt eine Frau zu einem Kollegen:
Frau: Entschuldigung, ich suche so Flocken?
Mein Kollege: Ehm.. meinen sie Haferflocken?
Frau: Nein nein. Die sind so blau.
Mein Kollege kommt zu mir in den Gang und verweist an mich.
Frau: Ach.. hier sind sie ja.

Wollte ihr raten, was sie in der Hand hat? Kölln Flocken. Haferflocken der Firme Kölln.
Aber Haferflocken sollten es ja angeblich keine sein.

Leute... ihr müsst doch wissen, was ihr fresst!!!

Hier noch einige der häufigten Sätze, die ich mir anhören muss:

1. Entschuldigung, arbeiten sie hier? (nein, ich schleppe die 20kg Vogelsand nur zum Spaß)
2. Entschuldigung, darf ich sie mal was fragen? (nein, dürfen sie nicht)
3. Hier, wo habt ihr'n.... (nee, ham wir gar nich)
4. Ach... sie haben ja schon wieder umgeräumt. (ich arbeite über 2 Jahre da. Nein, haben wir nicht)



Vielen herzlichen Dank für eure Aufmerksamkeit.
 
 
18 July 2006 @ 12:51 pm
Manchmal träume ich davon, dass ich ein Geschäft leite, auf dem im Schaufenster à la 10-Gebote-Manier Regeln aufgestellt sind, an die sich jeder zwingend halten muss, wenn er das Geschäft betreten möchte.
Ich bin fest davon überzeugt, dass ca. 10% der Kunden einen Laden mit der festen Absicht betreten, um die Verkäufer in den Wahnsinn zu treiben.
Ich mein, nicht dass es mich nicht schon erwsicht hätte... selbst wenn ich normal wär, würde ich durchdrehen.

Aber wäre es nicht schön?

Es müsste irgendwie per einstweiliger Verfügung zu erwirken sein, dass alte Menschen mit gefüllten Geldbeuteln, in denen die 1-Cent-Münzen nur so klirren, nicht einkaufen gehen dürfen.
Ich denke es ist nicht übertrieben wenn ich behaupte, dass jede Verkäuferin auf der Welt kurz vor einem epileptischen Anfall ist, wenn sie einem alten Menschen sagt, "das macht 17,89€ bitte!" und dieser darauf erwidert: "Warten Sie mal Frollein, das hab ich klein!"

Die Schlange hinter besagtem Menschen wird immer größer, nervöses Füßescharren wird abgelöst von genervtem Räuspern, aber der Rentner bekommt davon nichts mit und kramt hartnäckig im Geldbeutel, wobei er murmelt: "ich hab hier so viele Pfennige, die will ich mal loswerden!"
Abgesehen davon, dass mein Herz jedes Mal einen aggressiven Hüpfer macht, wenn Leute "Pfennig", "Groschen", oder "Mark" sagen, verschließ sich meine Luftröhre und ich laufe puterrot an, erst recht, wenn der Rentner 47 Minuten gekramt hat, um schlielich zu sagen:
"Nee, hab ich doch nicht."
Und daraufhin mit einem 200€- Schein zu bezahlen.

Der Satz "Warten Sie, ich hab´s klein!" müsste ohne Ausnahme verboten werden und es müsste die Regel gelten:
Suchen Sie erst nach Kleingeld, wenn Sie von der Kassiererin oder einer ihr weisungsmäßig untergeben Personen dazu aufgefodert werden.

Weiterhin schwinge ich das Zepter und verlange, dass alle Menschen, zu denen die Information noch nicht durchgedrungen ist, über folgendes in Kenntnis gesetzt werden:
Keine Kassiererin, und ich wiederhole, KEINE findet es lustig, wenn sie einen Artikel über den Scanner zieht, der Scanner nicht sofort piept und der Kunde mit der Erwartung, dass man sich vor Vergnügen auf die Schenkel klopft, daraufhin sagt:
"Ha! Ist kostenlos!"
Anfangs, als ich noch neu bei Rossmann war, hab ich noch müde darüber gelächelt.
Heute verlange ich die Todesstrafe dafür.

Weiterhin fordere ich alle Mütter auf, ihre kleinen Kinder, solange sie nicht pflegeleicht sind, möglichst daheim zu lassen, wenn sie einkaufen gehen.
Glauben Sie mir, liebe Mütter, das Lächeln der Kassiererin ist NICHT echt, wenn Sie ihr die vollgesabberte Zahnbürste/Kekspackung/Buch/austauschbar, auf der das Baby eben noch herumgekaut hat, reichen, damit die Kassiererin es scannen kann.
Die Worte, "oh, das hab ich Timmy gegeben, damit er nicht schreit", können Sie sich sparen.

Und zu guter Letzt noch ein paar Worte an die Teenager, die sich die Probiertuben an Make-up ins Gesicht schmieren, um endlich wie 13 auszusehen:
Die Kassiererin ist NICHT dafür da, dass man ihr die benutzten Kosmetiktücher, mit denen man sich schiefgegangen Kajal-Versuche, verschmierte Wimperntusche und zu dick aufgetragenes Rouge vom Gesicht gewischt hat, in die Hand drückt, damit sie es entsorgt.
Es gibt kleine, metallische formschöne Dinger, umgangssprachlich Mülleimer genannt, in die man die Dinger reinwerfen kann.

Und noch allegmeines:
-Unterlassen Sie es, die Verkäuferin zu fragen, ob noch etwas "auf Lager da ist". Die Antwort ist zu 99% NEIN.
- Wenn Sie sehen, dass die Verkäuferin um 1 Minute vor 8 die Körbe reinholt, unterlassen Sie die Frage: "Schließen Sie etwa schon?"
-Lassen Sie ihr Altöl daheim, denn ob Sie es glauben oder nicht: eine Drogerie entsorgt keins!
 
 
17 July 2006 @ 12:20 pm
Ich hätte ja auch tausend Geschichten aus meinem Kinojob auf Lager, aber ich muss unbedingt erst von der furchtbaren Frau erzählen, die am Samstag vor mir in der Supermarktkassenschlange stand:

Es war zehn vor acht, also kurz vor Ladenschluss und es waren noch zwei von drei Kassen offen, was ich persönlich durchaus okay finde. Die Frau um die 40 vor mir aber anscheinend nicht, da es ihr wohl nicht schnell genug ging, schon nach einer Minute Anstehen (insgesamt stand jeder von uns vielleicht drei bis vier Minuten an, also es waren echt keine Megaschlangen) fing sie an, nach einer dritten Kasse und schnelleren Kassiererinnen zu schreien.
Als sie dann schließlich dran war, legte sie ihren gesamten Einkauf aufs Band: Eine Schachtel Zigaretten für drei Euro nochwas. Ja, das war alles. Und dann ZÜCKT SIE IHRE EC-KARTE!
Und natürlich liest das Gerät ihre Karte nicht und sie fängt an, die arme Kassiererin anzuschnauzen (und duzt sie dabei auch noch). Und dabei sagt sie doch tatsächlich folgendes: "Das kann ja wohl nicht wahr sein! Ich stand gestern hier schon eine halbe Stunde, weil euer Gerät da auch schon die Karte nicht lesen wollte! Oben im Tabakladen konnte ich damit vorhin aber problemlos bezahlen und als ich heute nachmittag Geld von der Bank abgehoben habe, ging das auch!"
I kid you not. Also, diese Frau weiß ganz genau, dass die Supermarktkasse Probleme mit ihrer Karte hat, und sie war gerade eben erst in einem TABAKladen, der ihre Karte akzeptiert. Also WARUM hat sie ihre Zigaretten nicht dort gekauft? WARUM hat sie nicht einfach am Nachmittag in der Bank fünf Euro mehr abgehoben? WARUM muss sie um kurz vor acht den ganzen Supermarktbetrieb aufhalten?
Ich wette, das Gerät konnte ihre Karte doch lesen, aber hat sich geweigert, ihr blödes Geld anzunehmen.
 
 
 
13 July 2006 @ 08:10 am
Hier also mein Beitrag zur allgemeinen Belustigung und "In-den-Wahnsinn-Treiberei" der unschuldigen arbeitenden Bevölkerung.

Ich sitze in einem Büro. Da denkt man sich ja im Normalfall, es kann einem gar nichts Schlimmes passieren. Denn Kunden gibts ja hier nicht. Höchstens mal ein Kollege mit nem Termin der nen Kaffee haben möchte.

Ich trage auch keine seltsamen Uniformen und auch wenn mein Chef mir am liebsten eine verpassen würde - pink!!! - mit nem ultraknappen Minirock, so kann ich doch behaupten, einen relativ ruhigen Arbeitsplatz zu haben.

Nun ja, dachte ich.

Da klingelte vor etwa einer Woche das Telefon. (Pfui)

Ich gehe nichts Böses ahnend ran... und verstehe kein Wort. Es klingt wie ein sterbender Opernsänger oder eine Lawine in den Alpen mit Schluckauf. Und dan stelle ich fest, dass da jemand redet ... mit mir! AUF FRANZÖSISCH. In einem Tempo, bei dem ich sogar Probleme hätte, hochdeutsch zu verstehen. Die einzigen Worte die ich aus dem minutenlangen Monolog herausfiltern kann ist "internet" und "dvd".

Da ich ja schließlich nicht doof bin, reime ich mir zusammen, diese Person möchte gerne wissen, ob es eine DVD mit den Videos gibt, die wir auf unserer Firmenseite über die Feuerwehr anbieten (bin Sekretärin bei der Berliner Flughafenfeuerwehr).

OK. Soweit so gut.

Ich habe in Französisch mein Abitur gemacht mit 2- und bin daher ganz gut in der Lage, mich auszudrücken.

Ich warte also weitere 5 Minuten ehe der Herr am Telefon seinen Redemarathon beendet hat und sage ganz deutlich "Pas DVD!" Was soviel heißt wie: Keine DVD.

Ich freue mich schon, dass er mir überhaupt zugehört hat und möchte mich schon nett bei ihm bedanken, dass er mich so zugetextet hat, da fängt der Typ wieder von vorn an. Diesmal versuche ich zumindest mal zwischendurch ihm beizubringen, dass er viel zu schnell redet und ich kein Wort verstehe. Prompt spricht er lauter, aber keinen Deut langsamer. Und jedes zweite Wort ist DVD und Video.

Duuhh!!

Meine Kollegin wirft mir schon ganz mitleidige Blicke zu und in meiner Verzweiflung schreie ich fast ins Telefon "Nous n'avons pas des DVDs ou videos" (KEINE DVD und auch KEINE Videos!). 

Der will mich einfach nicht verstehen ... und redet weiter. Ich glaube ich habe ihm während seiner Atempausen noch einige weitere Male zu verstehen gegeben, dass er langsamer reden soll. Ohne Reaktion selbstverständlich.

Irgendwann geht ihm glücklicherweise der Redefluss aus und er legt auf. Ohne auch nur ein kleines "Danke für die Auskunft" Oder sonstiges.

Okay, wenn die Sache hier beendet wäre, würde ich glatt behaupten, es war ne lustige Sache. Aber nein!

Einen Tag später:

Das Telefon klingelte. Eine Schweizer Nummer. Dieselbe. Ich merke wie mir heiß wird und mit zitternden Händen nehme ich den Hörer ab. Er ist es tatsächlich. Er wartet noch nicht einmal meine Begrüßung ab und verlangt von mir "DVD oder Video" zu genannten Filmchen. Meine Kopf mit der Stirn voran auf der Tastatur und meine Kollegin bekommt einen Lachflash. Er redet und redet und redet. Ich kann mich nicht dran erinnern, irgendetwas anderes zu sagen als immer wieder "Pas DVD! Pas Videos!". Ich glaube, zu mehr war ich einfach nicht fähig.

Auch dieses Gespräch dauert etwa 5 Minuten und der Herr legt auf. Gottseidank. An diesem Tag klingelt das Telefon einige weitere Male. Immer sehe ich diese Nummer im Display. Ich verweigere die Annahme des Gespräches.

Mein Glück! Denn wieder zwei Tage später treffe ich einen Kollegen von mir, der mir von einem Franzosen erzählt, der ihn seit zwei Tagen belästigt. Und das, obwohl mein Kollege nicht ein Wort französisch kann. *headdesk*.

Hilfe! *heul*
 
 
Current Mood: frustratedfrustrated
 
 
12 July 2006 @ 03:58 pm

So, heute ist mal wieder so ein Tag. Ich meine, gestern und vorgestern war es auch nicht viel besser.  Aber heute hat es dann dem Fass den Boden ausgeschlagen, wie man so schön sagt.

Im Moment habe ich meine normale Crew morgens nicht bei mir, weil beide sich gedacht haben, sie müssten genau jetzt BEIDE Urlaub machen. Nun gut, anyway.

Das Problem ist, dass dann nicht mehr viele übrigbleiben, die wirklich etwas taugen. Die meisten von denen sind Aushilfen, die neben der Schule sich ein bisschen Taschengeld verdienen. Wenn ihr euch jetzt schon darunter etwas vorstellen könnt, tja, dann macht nochmal das dreifache draus und ihr seid nahe dran.

Montag und gestern war schon die Hölle, denn ich musste nicht nur meinen Job machen, sondern zusätzlich auch noch die der anderen beiden.

So etwas macht wirklich Spass und man weiß wozu man da ist. *heftig nickt*

Tja und heute, haben sich dann die Königinnen gedacht, wir haben es doch gar nicht nötig. Um elf Uhr war noch niemand da und icih hab mir gedacht, doch mal anzurufen. Da sagt meine Aushilfe doch völlig erstaunt:

"Oh, ich hab das doch gesagt, dass ich heute gerne den Tag mal mit meinen Eltern verbringen würde, denn die haben ja Urlaub!"

Mh, ich kann mich nur nicht daran erinnern ihr die Erlaubnis gegeben zu haben. Und als dann die zweite noch anrief, weil sie jaaaa soooooooooo krank ist, da war ich dann endgültig bedient. Also war ich bis 12 Uhr völlig allein und bis um zwei Uhr war ich so gereizt und genervt, dass ich mir, als meine anderen beiden Manager da waren, um halb drei Feierabend gegeben habe. 
Und glaubt mir, niemand hätte es gewagt dagegen zu protestieren. *kicher*

So und nun genieß ich das Wetter und meinen Garten und wenn morgen dann wieder Aushilfen meinen sie müssten tun und lassen was sie wollen, dann steck ich ihren Kopf einfach in die Friteuse. Jawoll!!!

 
 
Current Mood: ziemlich genervt
 
 
02 June 2006 @ 10:53 am

Ich erinnere mich gern mit Schrecken an die Zeit zurück, in der wir diese hässlichen, pissgelben T-Shirts tragen mussten, auf der vorne in Brusthöhe ziemlich dezent, aber auf dem Rücken ganz fett gedruckt in knallrot ALLERLEI prangte.

Es begab sich zu der Zeit, als es tiefster Winter war und in unserer Filiale wirklich fast genauso kalt drinnen wie draußen war. Wir alle liefen herum mit einem warmen Pulli, darüber dieses tolle T-Shirt, am liebsten noch einen Schal um den Hals geschlungen und so. (Mein Pulli war schwarz, genauso wie der Schal um meinen Hals - wichtige Infos für den weiteren Verlauf der Geschichte *augenroll*)
Jedenfalls sprach mich eine Kundin an, die mich erst von oben bis unten musterte, und mich dann vertraulich am Ärmel zupfte:

"Frollein, arbeiten Sie hier?"

Ich war sprachlos; nicht nur dass ich zu dem Zeitpunkt mindestens drei Kartons auf den Armen jonglierte und noch den Auszeichner unterm Arm klemmen hatte, nein, ich trug ja auch unser adrettes T-Shirt.
Ich also leicht angesäuert zur Kundin:
"Sicher arbeite ich hier, oder denken Sie, ich trage dieses T-Shirt nur zum Spaß?" (Klar war das reichlich zickig, aber schließlich war es schon früher Aben, und mein Pensum an hirrissigen Kunden war bis zum Erbrechen gedeckt.
Die Antwort der Kundin aber war der absolute Hit:

"Ich dachte, Sie wären Allemannia-Fan!" 

Nee is klar, nur weil man in Schwarz Gelb rumrennt, muss man Fußballfan sein. Und nein, natürlich arbeitet man nicht in dem Geschäft, selbst wenn man das Logo des Inhabers gut sichtbar auf seinem eigenen Körper spazieren führt. Selbstverständlich ist man nicht dort tätig, wenn man eine Palette abpackt, oder gar die Regale ausräumt.

*headdesk*

Ich geh auch immer gern in den Kaufhof, kram da im Kassenbereich herum, ohne dass die Kassiererin den Sicherheitsdienst holt und hole mir dort ne Flasche Sidolin oder whatever heraus...

Kunden gibt´s, die will man gar nicht haben... *wein*

 
 
Current Mood: blahblah
Current Music: Mr. Jones - Counting Crows
 
 
Aus Kapitel 1 haben wir schon gelernt, dass eine Mitarbeiterin bei Rossmann nicht bloß eine Verkäuferin ist, darüber hinaus erwartet man als Kunde auch, dass sie Optikerin, Friseurin, Automobilfachverkäuferin und auch allwissende Beraterin sein soll.
ich kann mir nicht helfen, da ist Schizophrenie irgendwie schon vorprogammiert.

In meinem ersten Jahr bei Rossmann glaubte ich zunächst auch, dass es sich lediglich (!!) auf diese paar Fachgebiete beschränkt.
Aber mein Gott, ich armes, dummes Naivchen!
Hätte ich geahnt, dass ich zusätzlich auch noch ein offenes Ohr haben muss für Dinge, die sonst niemand wissen will...
ich hätte mehr verlangt als die lausigen 6,67€, die ich bekomme.

Besonders die älteren Herrschaften scheinen wie magisch von weißen Kitteln angezogen zu werden.
Nichts böses ahnend, gehe ich prüfend durch die Gänge, um fallengelassene, benutzte Taschentücher aufzulesen, leere Verpackungen, deren Inhalt geklaut wurde, einzusammeln und verschüttete Säfte aufzuwischen, als mich ein älterer Herr am Ärmel packt.
In vertraulichem Plauderton fragt er mich: "Haben Sie Toilettenpapier? Ich brauche aber sehr weiches... wissen Sie, ich bin so empfindlich geworden hintenrum!"
Schweigend geleite ich ihn zum extra flauschigen Toilettenpapier und noch ehe er den Mund aufmachen kann, deute ich, immer noch schweigend, auf die Wund- und Heilsalbe.
Ich schwieg immer noch, auch als ich daheim war.
Un weinte mich irgendwann spätnachts in den Schlaf.

Sachen, die man unter keinen Umständen wissen will... aber ich bin ihnen schutzlos ausgeliefert.
Genauso wie ich hilflos der Situation gegenüberstand, als mich eine ältere Frau nach dem neuen Produkt fragte, das sie im Fernsehen gesehen hätte, Vanish Oxi Action.
"Wissen Sie, ob man damit auch Flecken aus weißer Unterwäsche rauskriegt? Sie wissen schon, wenn sie nicht mehr ganz weiß ist..."

Tees sind harmlos.
Mit Tees kann man nichts falsch machen, da wird man nicht von komischen Menschen angesprochen, dachte ich, und bat meine Chefin, den Bereich "Hygiene und Haushalt", für den ich vorher zuständig war, gegen "Tee und Gesundheitsprodukte" tauschen zu dürfen.
Ein fatalter Fehler, wie sich herausstellte.
Wir haben sog. "Gesundheitstees", z.B für den Kreislauf, für Erkältungen etc.
Wir haben auch Blasen- und Nierentee.
Eine harmlos aussehende junge Frau stand unschlüssig für den Teesorten und sprach mich schließlich an, während sie auf besagten Tee deutete.
"Wissen Sie ob der gut ist? Ich hab in letzter Zeit Schmerzen beim Pinkeln und ich hab auch festgestelt, dass ich so Flatschen im Urin hab!"

Ich kann mittlerweile total locker damit umgehen.
Auch mit dem eitrigen Furunkel, den ich mir ungefragt anschauen musste, als ein vorwitziger Kunde fragte, ob wir dagegen ein "Hausmittelchen" hätten.
(btw: wusstet ihr, dass eine Verschmelzung mehrerer Furunkel Karbunkel heißt? Ist total faszinierend, was man alles so nebenbei lernt!)
ich erwog für einen Moment, ihm das japanische Heilöl zu empfehlen, schickte ihn dann aber doch in die Apotheke.


Demnächst frage ich, ob ich nicht vielleicht doch den Bereich "Duschgel und Shampoo" haben darf.
Wer weiß, was mich dort erwartet...
 
 
Current Mood: bitchybitchy
 
 
31 May 2006 @ 05:26 pm
Und wieder einmal eine typische Situation am Drive Schalter.
Über mein Headset höre ich deutlich, wenn ein Auto an der Bestellsäule hält.
Aber nein, für manche Leute scheint das einfach Zeitverschwendung zu sein: sie fahren gleich bis nach vorne durch und überlegen dann noch stundenlang, was genau sie eigentlich wollten. (und meine Uhr läuft und läuft und läuft) Natürlich mit der Entschuldigung (wenn man sie dann höflich drauf hinweist, dass an der Säule ja ein riesiger Aushang mit allen Burgern ist), oh das hab ich nicht gewußt.
Neeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeein, natürlich nicht!
Es stehen ja auch nur zwei (und ich wiederhole: ZWEI) große Tafeln (1, 60x 1, 60) genau vor der Bestellsäule.
Ich kann es ja noch nachvollziehen, wenn es ein altes Ehepaar ist, dass noch nie durch einen Driveschalter gefahren ist, aber nein, es sind dann junge Leute. Und will mir jemand echt erzählen, dass sie noch nie bei Macces durch den Drive gefahren sind und an der Säule gehalten haben aus der dann diese nette Stimme kommt: Ihre Bestellung bitte?

Und dann parken sie auch noch so weit weg, dass man halb aus dem Fenster fällt, wenn man das Wechselgeld und die Burger rausgibt.
Mein Standardhandlung auf die Bemerkung: "Oh, da hab ich aber weit weg geparkt!" Ist von heute an, mir ein Schild mit der Aufschrift: VORSICHT BISSIG! umzuhängen!